Erlebnisreiche Pfingstferien
Eine Gruppe von Piloten des Luftsport-Clubs Karlstadt nutzte die Pfingstferien, um zusammen ins Fluglager nach Kaufbeuren im Voralpenland zu fahren. Am letzten Samstag im Mai traf man sich in aller Frühe zum gemeinsamen Start.
Dass daraus so schnell nichts wurde, war die Schuld eines defekten Rücklichts am Anhänger mit dem Segelflugzeug ASK-21, welches erst repariert werden musste. Zur verspäteten Abfahrt brachen dann insgesamt 3 Gespanne auf, jeweils bestehend aus Fahrzeug und Anhänger inklusive Segelflugzeug. Sieben hoch motivierte junge Leute (drei Piloten, zwei Flugschüler und zwei Co-Pilotinnen) waren noch unterwegs auf ihrer viereinhalbstündigen Fahrt, als kurz vor dem Ziel an einem der Flugzeuganhänger ein Reifen platzte, welcher wiederum eine Verzögerung mit sich brachte.Endlich in Kaufbeuren eingetroffen, wurden die ASK-21 sowie die Zelte schnell noch aufgebaut, da Regen angekündigt war, dann wurde es auch schon dunkel. Im Clubheim warteten bereits Gäste, die von anderen Vereinen angereist waren; gute Bekannte aus Bad Kissingen und Bad Neustadt. Damit endete, wie sich im Nachhinein herausstellen sollte, der bis Freitag letzte schöne Tag der Fluglager-Woche.
Nur während der Hinfahrt zeigte sich das Flugwetter von seiner besten Seite. Der große Regen kam, brachte Nebel mit sich, natürlich auch schlechte Sicht. An Fliegen war nicht zu denken, denn es war einfach unmöglich und zwar dauerhaft - das Tief wollte mit anderen Aktivitäten überbrückt werden. Ein Besuch im Fun-Bad stand auf dem Programm, eine Visite des Flugzeugmuseums in Oberschleißheim, und als besonderes Highlight gab es eine Besichtigung des Eurofighters. Abgesehen vom Montag, an dem die Sicht immerhin für eine Platzeinweisung reichte, konnte der kaufbeurener Fluglehrer nur eine theoretische Alpenflugeinweisung anbieten. Unter der Woche gesellten sich auch noch weitere Mitglieder des LSCK zur Gruppe, ein Nachzügler kam sogar mit dem Schleppflugzeug des Vereins geflogen. Am Ende der Woche war die Anzahl der Gruppe so auf 10 Mitglieder angewachsen.
Erst am Freitag hatte die Regenwoche ein Ende. Ein sonniger Tag belohnte diejenigen, die geduldig darauf gewartet hatten, nachdem die Gruppe aus Bad Kissingen schon abgereist war. Fliegen war wieder möglich, auch wenn die maximale Ausgangshöhe von 900 m für einen Flug in die Alpen noch zu gering war. Am Samstag war es ähnlich gut, jedoch wieder inversiv. Gegen Abend kam es dann zum krönenden Abschluss.
Jannik Lamprecht, mit 14 Jahren der jüngste Flugschüler des LSCK, bekam nach Überprüfung durch 2 anwesende Fluglehrer die Möglichkeit, seinen ersten Alleinflug zu absolvieren. Als er den zuständigen Ausbildungsleiter anrief, um die Erlaubnis einzuholen, wollte dieser aber keine Zustimmung geben, da Jannik bisher nur etwas mehr als 20 Starts mit Fluglehrer absolviert hatte und dies zu wenig wäre. Zufällig befand sich jedoch ein Mitarbeiter vom Luftamt Nordbayern in Kaufbeuren, der Jannik ein weiteres Mal überprüfte und anschließend den Ausbildungsleiter davon überzeugte, dass der Schüler allen Erfordernissen gerecht wird und der Freiflug stattfinden kann.
Anders als er es vom Saupurzel kannte, musste sich Jannik in Kaufbeuren auf eine asphaltierte Piste einstellen. Auch bei der Winde fand er andere, bisher nicht gekannte Voraussetzungen vor; mit 550 m Ausklinkhöhe wesentlich höher als die von zu Hause vertrauten 300 m.
Obwohl Jannik erst relativ wenig Starts aufweisen konnte mit insgesamt nur 3 Stunden und 16 Minuten Flugzeit durfte er die A-Prüfung ablegen, die er nach 3 Flügen mit einer Dauer von je 9 Minuten mit Bravour bestanden hatte!
Nach einer ganzen Fluglager-Woche (Bilder in der Galerie) mit immerhin zwei schönen Flugtagen war am Sonntag alles wieder gepackt und verstaut, so dass die Heimfahrt angetreten werden konnte. Rückblickend war es eine schöne und erlebnisreiche Woche mit bester Verpflegung vom Grill und wertvollen neuen Freundschaften. Der Luftsport-Club Karlstadt wird nun wieder öfter zu Fluglagern fahren, das ist sicher!


